Wie werden Straßenhunde rund um die Welt genannt?

Wie werden Straßenhunde rund um die Welt genannt?

Wie schon unser Name sagt, sind für uns im Tierheim die Zaguates – so nennt man in Costa Rica einen Straßenhund –, Hunde ohne Rasse, etwas ganz Besonderes: Nicht nur ihr Äußeres sticht hervor, auch ihre Eigenschaften sind einzigartig und unwiederholbar.

Ein Zaguate ist ein Hund ohne Stammbaum, dessen Abstammung in der Regel unbekannt ist, der Merkmale von zwei oder mehr Rassen aufweist oder von wild lebenden oder streunenden Hundepopulationen abstammt.

Wie man diese Welpen „ohne eine bestimmte Rasse“ nennt, ist von Land zu Land unterschiedlich. In Costa Rica nennen wir sie Zaguates, aber weißt du, woher dieser Begriff kommt?

Das Wort Zaguate stammt aus der Nahuatl-Sprache, von ‘zahuatl’, was wörtlich ‘Krätze’ bedeutet. Damit wurden Hunde bezeichnet, die keine bestimmte Rasse hatten und auf der Straße lebten, weswegen sie unter Krankheiten litten, darunter auch Krätze.

Es gibt aber noch viele andere Wörter und Ausdrücke, mit denen Hunde ohne Rassestandard beschrieben werden. Manche davon wurden früher abwertend benutzt, heute werden sie für Mischlinge und heimatlose Hunde aber neutral oder sogar liebevoll verwendet.

Vor ein paar Monaten haben wir unsere internationale Territorianer-Community gefragt, wie sie die Zaguates in ihrem Land nennen, und wir haben viele Antworten erhalten. Wir haben alle Informationen zusammengetragen, um dir diese Liste von Wörtern und Begriffen zu zeigen: die Zaguates rund um die Welt!

Im Vereinigten Königreich sagt man „mongrel“, während man in den USA und Kanada eher das Wort „mutt“ oder „mixed“ benutzt. In manchen Ländern, wie Australien, wird manchmal der Begriff bita“ oder „bitzer verwendet, was so viel wie „ein bisschen von diesem“ oder „ein bisschen von jenem“ bedeutet. Andere englischsprachige Menschen benutzen die Begriffe „tyke“ oder „cur“.

Es gibt auch Bezeichnungen für Mischlinge, die sich von Geografie, Verhalten oder Essen ableiten. Auf Hawaii nennt man Mischlinge Poi“-Hunde, auch wenn sie mit dem ausgestorbenen hawaiianischen Poi-Hund nichts zu tun haben.

Auf den Bahamas und den Turks- und Caicosinseln ist der gängige Begriff potcake dogs (bezieht sich auf die Essensreste, von denen sie sich ernähren).

In Südafrika wird manchmal der Ausdruck pavement special verwendet, um einen Mischlingshund zu beschreiben.

Auf den Philippinen werden streunende Mischlinge oft askals genannt, eine Verkürzung aus dem Tagalog-Ausdruck asong kalye, was Straßenhund bedeutet.

In Puerto Rico sind sie als satos bekannt, während man sie in Chile und Bolivien quiltros“, „rawe“, „chapi“ oder „cachuchín“ nennt.

In Peru kennt man sie als chuscos, während man sie in Venezuela und Kolumbien „criollos“, „gozques“, „chandas“, „chandosos“ oder „canchosos“ und „cacris“ nennt – Letzteres entstanden aus der Verbindung der Wörter für „Straße“ und „Kreole“.

In Brasilien und der Dominikanischen Republik heißen Mischlingshunde vira-lata („Dosenwender“), weil Streuner oft Mülltonnen umkippen, um nach Essensresten zu suchen.

In Argentinien nennt man sie „street dogs“, „cuzcos“, „Cruza“, „PP“ (‚Puro Perro‘, reiner Hund, also ohne bestimmte Rasse) oder „Delmont“ (Del Montón, ‚vom Haufen‘). Häufig hört man auch „Marca Pichicho“ oder „Perro Marca Perro“ (Marke Hund Hund). In der Provinz Córdoba heißen sie „perros guasos“. In Paraguay kennt man sie als „delmer“ (‚Del Mercado‘, ‚vom Markt‘).

In Kuba nennt man sie „chulos“ oder „satos“.

In Ecuador sind sie als „perro runa“ bekannt. Häufig heißen sie auch churrios oder churros.

In El Salvador und Honduras kennt man sie als „aguacateros“, und auch „chucho“ wird oft benutzt.

In Nicaragua und Guatemala kennt man sie als „comecuandohay“ (von „er isst, wenn es was gibt“). Auch die Begriffe „Perro indio“ und „zaguate“ werden verwendet. In Panama kennt man sie als „tinaqueros“ oder „tainakers“.

In Mexiko kennt man sie allgemein als „perro corriente“, „cruzas“ (Mischlinge) oder „perro eléctrico“. Man nennt sie auch chuchos, „solovinos“ (von „él sólo vino“, „er kam einfach so“) und „pipeco“ (ein Kürzel für „pinche perro corriente“).

Wie auch immer du Hunde ohne Rasse nennst, wir möchten dich daran erinnern, dass sie Liebe verdienen und das bestmögliche Leben verdienen. Ihre einzigartigen Eigenschaften machen sie zu perfekten Haustieren, und sie werden dir immer dankbar sein, dass du ihnen eine Chance gegeben hast.

Adoptiere einen Zaguate! Es wird die beste Entscheidung sein, die du je getroffen hast!

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